Stereo Monument Clips

Freitag, 6. Juli 2012

Die Top 10 Bassisten der Rockmusik

Das Dasein als Basser ist ein eigenartiges: unverzichtbar, unglamourös, unbekannt. Wer war nochmal Clifford Williams*? Aber wie viele legendäre Gitarristen gibt es - Rolling Stone kennt 100. Wieviele gerühmte Bassisten? Dazu führt das Branchenmagazin nicht einmal eine Liste. Wir schon. Deswegen das ultimative Who-is-who der Vier Saiten: was die so ausgezeichneten so besonders macht, und was man von ihnen lernen kann.

1) Der Punk - Sid Vicious


http//www.flickr.com/photos/sfitzstephens/132017797Bassspielen steht im Ruf, simpel zu sein. Vier Saiten, immer nur eine gleichzeitig. Was ist daran so kompliziert? Der Bass ist folglich das perfekte Instrument für Punk, und Punk ist der perfekte Einstieg für Anfänger. Der Beweis? Punk-Legende Sid Vicious, der Weltruhm fast ohne jedes technische Wissen erringen konnte. Zugegeben, er bekam Schützenhilfe von Nummer 10 dieser Liste. Vicious hat sich seine Aufnahme in die Liste als Zeichen für die größte Stärke des Basses erschlichen: kein anderes Instrument bringt einen so schnell als Rockmusiker auf die Bühne. Aber das ist natürlich nur der glorreiche Anfang - die folgenden Meister haben Jahrzehntelang an ihrer Kunst gefeilt.

2) Der Show-Businessman: Joey DeMaio


Es gäbe eine ganze Reihe von Adjektiven, mit denen man Manowar beschreiben könnte. Eines gehört ganz sicher nicht dazu: ernstzunehmen. Mehr Kitsch und Pathos als ihn die vier US-Amerikaner verkörpern ist eigentlich nicht mehr möglich, ohne dass man auf dem Schoß von GWAR landet. Die Leder-, Odin-, und Death-to-false-metal-Schiene, die Manowar und ihr Kopf DeMaio seit 30 Jahren fahren, ist vor allem deswegen beeindruckend, weil keines der Bandmitglieder je davon abgegengen ist, in jedem Interview, bei jeder Show und auf jedem Album mit dem Brustton der Überzeugung das Manowar-Credo zu verkünden. Mit Erfolg: die Band hat eine Weltkarriere aufgebaut, die sicher nicht in erster Linie an ihren musikalischen Fähigkeiten liegt.
DeMaio hat seinen Platz auf dieser Liste deswegen nicht in erster Linie wegen seiner technischen Fähigkeiten (die so übel nicht sind, wie man neidlos eingestehen muss), sondern weil er ein Showbiz-Profi ist. Jeder Berufsbasser weiß, wie albern manche Gigs, Engagements und Bands sein können. Gute Miene zum Bösen Spiel zu machen gehört zum Geschäft. Kudos an den Mann, der sich seit Jahrzehnten zum Affen macht, um eine Karriere als Basser zu haben.

3) Der Jammer - Mark White


Die Spin Doctors sind ein Two-Hit-Wonder. Außer "Two Princes" und "Little Miss Can't Be Wrong" war nichts, oder? Nun, nicht ganz - die vier Jungs aus New York waren schon lange vor ihrem Hit-Album "Pocket full of Kryptonite" auf Tour, und hatten einen Ruf als ausgesprochene Live-Band. Vor allem die ausgedehnten Jams (die in einer umfangreichen Bootleg-Sammlung belegt sind) machten den großen, funkigen Reiz der Band aus. Mark White war der groovende Bass hinter diesem Phämonen (was man den Hitsingles auch anhört - diese Tracks sind so lange live verbessert worden, bis sie maximale Tanzbarkeit erreicht hatten). Die Karriere der Spin Doctors ist seitdem eher mau verlaufen (aber wer den Sound mag, sollte sich das 2008er Album "Nice talking to me" nicht entgehen lassen), Mark White grooved aber immer noch Top-Ten würdig. Und Mann, kann er Solos:


4) Der Mann im Hintergrund - John Deacon


Queen hatte einen der schillerndsten Frontmeänner der Rockgeschichte, und eine Gitarre, welche die Musik der Band dominierte und so unverkennbar ist wie kaum eine andere. Was bleibt also für den Rest der Band? Eigentlich nur die noble, aber langweilige Aufgabe, eine solide Basis für die Eskapaden der beiden Aushängeschilder Freddy Mercury und Brian May zu bilden. John Deacon und Roger Taylor an den Drums taten genau das - doch in Deacons Fall hätte ein bisschen mehr Schlaglicht nicht geschadet. Deacon war nicht nur ein hervorragender Bassist (seine Riffs sind nicht umsonst so ohrwurm-tauglich, dass selbst Vanilla Ice sie klaute), sondern ein verdammt guter Songwriter. "You're My Best Friend", "Spread Your Wings", "Another One Bites the Dust", "Friends Will Be Friends" und "I Want to Break Free" gehen auf seine Kappe. Andere Musiker wären mit diesem Output an Hits und Klassikern unvergesslich. Deacon aber kennen nur die wenigsten beim Namen - ein typisches Basserschicksal.

5) Der Rocker - Billy Sheehan


Der Eddie Van Halen des Bass, einer der wenigen, die Stevie Vai das Wasser reichen konnten (und deswegen wiederholt mit ihm auf der Bühne standen.) Der Grund, warum Mr. Big so rockten. Erfinder des "Tapping" auf dem Bass (oder überhaupt - die Meinungen gehen auseinander). Fünffacher "Best Rock Bass Player". Komponist von so adrenalinträchtigen Stücken wie "Shy Boy" und "Addicted to that rush". Den Begriff "Shredding" hätte man alleine für diesen Mann erfinden müssen. Man höre und staune:

Noch Fragen? Ich muss erstmal weinen, bevor ich weiterschreibe.